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Die Brüder Carl (1812–1886) und Theodor Colshorn (1821–1896) waren deutsche Volkskundler und Sagensammler aus der Region Hannover. Inspiriert vom Vorbild der Brüder Grimm widmeten sie sich der systematischen Sammlung und Dokumentation von Märchen und Sagen aus Norddeutschland.
Ihr wichtigstes Werk ist die Sammlung Märchen und Sagen aus Hannover (1854), die eine Fülle von Erzählungen aus dem niedersächsischen Raum zusammenträgt. Die Brüder sammelten ihre Geschichten direkt aus der mündlichen Überlieferung der ländlichen Bevölkerung und legten großen Wert darauf, den volkstümlichen Charakter der Erzählungen zu bewahren.
Zu den bekanntesten Geschichten aus ihrer Sammlung zählt Vom dicken fetten Pfannekuchen, ein humorvolles Kettenmärchen, das in verschiedenen Varianten in ganz Europa bekannt ist. Die Geschichte vom eigensinnigen Pfannkuchen, der sich nicht essen lassen will und verschiedenen Figuren davonrollt, gehört zu den beliebtesten Erzählungen für jüngere Kinder.
Carl Colshorn war im Hauptberuf als Lehrer und Schulleiter tätig, während Theodor ebenfalls im pädagogischen Bereich wirkte. Ihr gemeinsames volkskundliches Schaffen war von der Überzeugung getragen, dass die Bewahrung regionaler Erzähltraditionen ein wichtiger Beitrag zur Kulturgeschichte sei.
Das Verdienst der Brüder Colshorn liegt in der Dokumentation einer spezifisch norddeutschen Erzähltradition, die sich durch ihren bodenständigen Humor und ihre regionalen Bezüge von den eher universellen Märchen anderer Sammlungen unterscheidet.

