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Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) gilt als der bedeutendste Dichter der deutschen Sprache und als eine der prägendsten Persönlichkeiten der Weltliteratur. In Frankfurt am Main in eine wohlhabende Bürgerfamilie geboren, erhielt er eine umfassende Ausbildung und studierte Rechtswissenschaften in Leipzig und Straßburg.
Goethes literarisches Schaffen erstreckt sich über nahezu alle Gattungen: Lyrik, Drama, Epik, naturwissenschaftliche Abhandlungen und Autobiografie. Mit dem Götz von Berlichingen (1773) und den Leiden des jungen Werthers (1774) wurde er zum Wortführer des Sturm und Drang. Sein Lebenswerk Faust (1808/1832) zählt zu den bedeutendsten Dichtungen der Weltliteratur.
Obwohl Goethe vor allem als Dramatiker und Lyriker bekannt ist, schuf er auch mehrere Werke, die in den Bereich der Märchen- und Sagenliteratur fallen. Seine Ballade Der Zauberlehrling (1797), inspiriert von einer Episode aus den Metamorphosen des antiken Dichters Lukian, gehört zu den bekanntesten deutschen Gedichten überhaupt und wurde vielfach adaptiert – nicht zuletzt in Walt Disneys Fantasia.
Auch sein Kunstmärchen Das Märchen (1795) und die märchenhaften Elemente in Wilhelm Meisters Wanderjahre zeigen Goethes Faszination für die Welt des Wunderbaren. In seinen späteren Jahren setzte er sich intensiv mit orientalischer Dichtung auseinander, was im West-östlichen Divan seinen Niederschlag fand.
Ab 1775 lebte Goethe in Weimar, wo er als Minister, Theaterintendant und Naturforscher wirkte. Gemeinsam mit Friedrich Schiller begründete er die Weimarer Klassik. Goethes Einfluss auf die deutsche Sprache und Kultur ist kaum zu überschätzen – seine Werke werden bis heute weltweit gelesen und aufgeführt.

