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Theodor Vernaleken (1812–1907) war ein deutscher Pädagoge, Volkskundler und Märchensammler, der den größten Teil seines Lebens in Österreich verbrachte. Im rheinländischen Vussem bei Mechernich geboren, studierte er Philologie und Pädagogik und wirkte als Lehrer und Schulinspektor in Wien und Graz.
Sein bedeutendstes volkskundliches Werk ist die Sammlung Kinder- und Hausmärchen aus dem Alpenland (auch bekannt als Österreichische Kinder- und Hausmärchen, 1864), in der er Märchen und Sagen aus der österreichischen Alpenregion zusammentrug. Vernaleken sammelte die Geschichten direkt aus dem Mund der Bevölkerung und bewahrte damit einen einzigartigen Schatz an Erzähltraditionen, die ohne seine Arbeit verloren gegangen wären.
Seine Sammlungen dokumentieren eine Märchentradition, die sich durch regionale Eigenheiten von den norddeutschen Erzählungen der Brüder Grimm unterscheidet – mit alpiner Landschaft, bäuerlichem Alltag und katholischer Volksfrömmigkeit als prägenden Elementen. Daneben veröffentlichte er auch Werke über Mythen und Bräuche, darunter Mythen und Bräuche des Volkes in Österreich (1859).
Im Hauptberuf war Vernaleken ein angesehener Pädagoge, der sich für die Reform des Sprachunterrichts einsetzte. Er verfasste mehrere Lehrbücher zur deutschen Sprache und Grammatik und wirkte als Professor an der Universität Graz.
Theodor Vernaleken erreichte das bemerkenswerte Alter von 94 Jahren und hinterließ ein Werk, das als unverzichtbare Quelle für die Erforschung der Erzähltradition des Alpenraums gilt.

