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Die Scholle

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**Die Scholle.**

Aufruhr im Fischreich

Die Fische waren schon lange unzufrieden, dass keine Ordnung in ihrem Reich herrschte. Keiner kümmerte sich um den anderen. Jeder schwamm nach rechts oder links, wie es ihm gerade einfiel. Sie fuhren zwischen denen hindurch, die zusammenbleiben wollten, oder versperrten ihnen den Weg. Der Stärkere gab dem Schwächeren einen Schlag mit dem Schwanz, sodass er weit weggeschleudert wurde, oder er verschlang ihn einfach ohne Weiteres.

„Wie schön wäre es, wenn wir einen König hätten, der Recht und Gerechtigkeit bei uns ausübt“

, sagten sie. Sie beschlossen, denjenigen zu ihrem Herrn zu wählen, der am schnellsten durch die Fluten schwimmen und dem Schwachen Hilfe bringen konnte.

Das Wettschwimmen

Sie stellten sich also am Ufer in Reihe und Glied auf. Der Hecht gab mit dem Schwanz das Zeichen zum Start, woraufhin alle zusammen aufbrachen. Wie ein Pfeil schoss der Hecht dahin, und mit ihm der Hering, der Gründling, der Barsch, der Karpfen und wie sie alle heißen. Auch die Scholle schwamm mit und hoffte, das Ziel als Erste zu erreichen.

Der Neid der Scholle

Auf einmal ertönte der Ruf:

„Der Hering ist vorn! Der Hering ist vorn!“

„Wen is vör?“

(Wer ist vorn?), schrie verdrießlich die platte, missgünstige Scholle, die weit zurückgeblieben war.

„Wen is vör?“

„Der Hering, der Hering!“

, war die Antwort.

„De nackte Hiering?“

(Der nackte Hering?), rief die neidische Scholle.

„De nackte Hiering?“

Seit dieser Zeit steht der Scholle zur Strafe das Maul schief.