Autor: Gebrüder Grimm
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**Muttergottesgläschen.**
Ein Fuhrmann hatte seinen Karren, der schwer mit Wein beladen war, so festgefahren, dass er ihn trotz aller Mühe nicht wieder losbekam. Da kam die Mutter Gottes des Weges daher, und als sie die Not des armen Mannes sah, sprach sie zu ihm: „Ich bin müde und durstig. Gib mir ein Glas Wein, und ich will dir deinen Wagen freifahren."
„Gerne," antwortete der Fuhrmann, „aber ich habe kein Glas, worin ich dir den Wein geben könnte."
Da brach die Mutter Gottes ein weißes Blümchen mit roten Streifen ab, das Feldwinde heißt und einem Glase sehr ähnlich sieht, und reichte es dem Fuhrmann. Er füllte es mit Wein, und die Mutter Gottes trank ihn. In dem Augenblick ward der Wagen frei, und der Fuhrmann konnte weiterfahren.
Das Blümchen heißt noch immer Muttergottesgläschen.

