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Märchenstern - Märchen lesen und erleben
Märchen lesen und erleben

Die drei Faulen

⏱ Lesedauer: ca. 2 Min.

Die ungewöhnliche Nachfolge

Ein König hatte drei Söhne, die waren ihm alle gleich lieb. Er wusste lange Zeit nicht, welchen von ihnen er nach seinem Tode zum König bestimmen sollte.

Als die Zeit herankam, dass er sterben musste, rief er alle drei vor sein Bett und sprach:

„Liebe Kinder, ich habe mir etwas überlegt, das ich euch nun verkünden will: Wer von euch der Faulste ist, der soll nach mir König werden.“

Der faulste Sohn gewinnt

Da sprach der älteste:

„Vater, dann gehört das Reich mir. Denn ich bin so faul: Wenn ich im Bett liege und schlafen will und mir ein Wassertropfen ins Auge fällt, so bin ich zu faul, das Auge zuzumachen, damit ich einschlafen kann.“

Der zweite sprach:

„Vater, das Reich gehört mir. Denn ich bin so faul: Wenn ich nahe am Feuer sitze, um mich zu wärmen, so ließe ich mir eher die Fersen verbrennen, ehe ich die Beine zurückzöge.“

Der dritte sprach:

„Vater, das Reich ist mein. Denn ich bin so faul: Sollte ich aufgehängt werden und hätte den Strick schon um den Hals gelegt, und es gäbe mir jemand ein scharfes Messer in die Hand, damit ich den Strick durchschneiden könnte – ich ließe mich eher aufhängen, ehe ich meine Hand zum Strick erhöbe.“

Als der Vater das hörte, sprach er:

„Du hast es am weitesten gebracht. Du sollst fortan der König sein.“