Autor: Gebrüder Grimm
Die Berufswahl des Vaters
Jan wollte seinen Sohn ein Handwerk lernen lassen. Da ging Jan in die Kirche und betete zu unserem Herrgott, was wohl das Beste für ihn wäre. Da steht der Küster hinter dem Altar und ruft:
Da geht Jan wieder zu seinem Sohn und meint, er müsse das Diebeshandwerk lernen, das habe ihm unser Herrgott so gesagt. Er geht mit seinem Sohn fort und sucht einen Mann, der die Diebeskunst versteht.
Sie gehen eine ganze Weile und kommen in einen großen Wald. Dort steht ein kleines Häuschen mit einer alten Frau darin. Jan fragt:
, sagt die Frau,
Da spricht Jan mit dem Sohn, ob er das Diebeshandwerk auch recht gut könne. Der Diebesmeister sagt:
Die schwere Erkennungsprobe
Der Vater geht wieder nach Hause, und der Sohn lernt fleißig das Zaubern und Stehlen. Als das Jahr um ist, geht der Vater wieder hin und grübelt traurig auf dem Weg, wie er es wohl anstellen soll, dass er seinen Sohn wiedererkennt.
Wie er so dahingeht und klagt, begegnet ihm ein kleines Männchen. Das fragt:
, sagt Jan,
Da sagt das Männchen, er solle ein Krüstchen Brot mitnehmen, sich unter den Kamin stellen und nach oben blicken:
Da geht Jan hin und wirft ein Krüstchen Schwarzbrot vor den Korf. Da kommt das Vögelchen heraus und blickt darauf.
, sagt der Vater.
Da freute sich der Sohn, dass er seinen Vaters sah. Der Lehrmeister aber rief zornig:
, sagte der Junge.
Die Flucht und der Zaubertrick
Da will der Vater mit seinem Sohn nach Hause gehen. Unterwegs kommt eine Kutsche gefahren. Da sagt der Sohn zu seinem Vater:
Da ruft der Herr aus der Kutsche:
, sagte der Vater.
Der Herr nimmt den Hund in seine Kutsche auf. Als er ein kleines Stück weggefahren ist, springt der Hund aus dem Fenster der Kutsche, dass die Scheiben klirren. Da war er kein Windhund mehr und stand wieder bei seinem Vater. So gehen sie zusammen nach Hause.
Das verkaufte Pferd und das magische Duell
Am nächsten Tag ist Markt im Nachbardorf. Da sagt der Junge zu seinem Vater:
Da zieht der Vater mit dem Pferd zum Markt. Da kommt der Diebesmeister und kauft das Pferd für hundert Taler. Der Vater vergisst jedoch in der Aufregung, ihm den Zaum abzunehmen.
Der Meister führt das Pferd nach Hause und stellt es in den Stall. Als die Magd über die Diele geht, sagt das Pferd:
Da bleibt die Magd stehen und horcht verwundert:
Sie geht hin und zieht ihm den Zaum ab.
Da verwandelt sich das Pferd in einen Sperling und fliegt über die Tür davon. Der Hexenmeister verwandelt sich ebenfalls in einen Sperling und fliegt ihm hinterher. Sie treffen aufeinander und bekämpfen sich in der Luft. Doch der Meister verliert und flieht ins Wasser, wo er sich in einen Fisch verwandelt. Da wird der Junge ebenfalls zum Fisch, und sie beißen sich wieder im Wasser, bis der Meister erneut zu unterliegen droht.
Da verwandelt sich der Meister in ein Huhn. Der Junge aber verwandelt sich in einen Fuchs und beißt dem Huhn den Kopf ab. Da war der Meister tot, und er liegt tot bis auf den heutigen Tag.

