Autor: Gebrüder Grimm
Die Frösche am Teich
Ein Bauer hatte seine Kuh auf den Markt getrieben und für sieben Taler verkauft.
Auf dem Heimweg musste er an einem Teich vorbei, und da hörte er schon von Weitem, wie die Frösche riefen:
, sprach er für sich,
Als er an das Wasser herankam, rief er ihnen zu:
Die Frösche blieben aber bei ihrem:
Er holte das Geld aus der Tasche und zählte die sieben Taler ab, immer vierundzwanzig Groschen auf einen.
Die Frösche kehrten sich aber nicht an seine Rechnung und riefen abermals:
, rief der Bauer ganz böse,
, und warf ihnen das Geld miteinander ins Wasser hinein.
Er blieb stehen und wollte warten, bis sie fertig wären und ihm das Seine wiederbrächten. Aber die Frösche beharrten auf ihrem Sinn, schrien immerfort:
, und warfen auch das Geld nicht wieder heraus.
Er wartete noch eine gute Weile, bis der Abend anbrach und er nach Hause musste. Da schimpfte er die Frösche aus und rief:
Damit ging er fort, aber die Frösche riefen noch
hinter ihm her, sodass er ganz verdrießlich heimkam.
Der Deal mit den Hunden
Über eine Zeit erhandelte er sich wieder eine Kuh. Die schlachtete er und machte die Rechnung: Wenn er das Fleisch gut verkaufte, könnte er so viel lösen, wie die beiden Kühe wert wären, und das Fell hätte er obendrein.
Als er nun mit dem Fleisch zu der Stadt kam, war vor dem Tor ein ganzes Rudel Hunde zusammengelaufen, voran ein großer Windhund. Der sprang um das Fleisch, schnupperte und bellte:
Als er gar nicht aufhören wollte, sprach der Bauer zu ihm:
Der Hund antwortete nichts als:
, sprach der Hund.
Darauf lud er das Fleisch ab und kehrte wieder um. Die Hunde machten sich darüber her und bellten laut:
Der Bauer, der es von Weitem hörte, sprach zu sich:
Beim Fleischer und vor dem König
Als drei Tage herum waren, dachte der Bauer:
, und war ganz vergnügt. Aber es wollte niemand kommen und auszahlen.
, sprach er. Endlich riss ihm die Geduld, sodass er in die Stadt zu dem Fleischer ging und sein Geld forderte.
Der Fleischer meinte, es wäre ein Spaß, aber der Bauer sagte:
Da wurde der Fleischer zornig, griff nach einem Besenstiel und jagte ihn hinaus.
, sprach der Bauer,
, ging in das königliche Schloss und bat sich Gehör aus.
Er wurde vor den König geführt, der da saß mit seiner Tochter und fragte, was ihm für ein Leid widerfahren wäre.
, sagte er,
, und erzählte weitläufig, wie es zugegangen war.
Darüber fing die Königstochter laut an zu lachen, und der König sprach zu ihm:
, antwortete der Bauer,
Da wurde der König zornig und sagte:
, antwortete der Bauer,
, erwiderte der König,
Fünfhundert Schläge als Lohn
Als der Bauer hinaus vor die Tür kam, sprach die Schildwache:
, antwortete der Bauer,
, sprach der Soldat,
, sprach der Bauer,
Ein Jude, der in der Nähe gestanden und das Gespräch mit angehört hatte, lief dem Bauern nach, hielt ihn beim Rock und sprach:
, sagte der Bauer,
Der Jude freute sich über das kleine Geschäft und brachte die Summe in schlechten Groschen, von denen drei so viel wert waren wie zwei gute.
Nach Verlauf der drei Tage ging der Bauer, dem Befehl des Königs gemäß, vor den König.
, sprach dieser,
, sagte der Bauer,
Indem kamen der Soldat und der Jude herein. Sie verlangten das Ihre, das sie dem Bauern abgewonnen hätten, und erhielten die Schläge richtig zugemessen. Der Soldat ertrug es geduldig und wusste schon, wie es schmeckte. Der Jude aber schrie jämmerlich:
In der Schatzkammer
Der König musste über den Bauern lachen, und da aller Zorn verschwunden war, sprach er:
Der Bauer ließ sich das nicht zweimal sagen und füllte in seine weiten Taschen, was nur hinein wollte. Danach ging er ins Wirtshaus und überzählte sein Geld.
Der Jude war ihm nachgeschlichen und hörte, wie er mit sich allein brummte:
, sprach der Jude für sich,
Der Rock des Juden
Als der König von den Reden des Bauern hörte, geriet er in Zorn und hieß den Juden hingehen und den Sünder herbeiholen.
Der Jude lief zum Bauern:
, antwortete der Bauer.
Der Jude sah, dass der Bauer ohne einen anderen Rock nicht wegzubringen war. Weil er befürchtete, wenn der Zorn des Königs verraucht wäre, käme er um seine Belohnung und der Bauer um seine Strafe, so sprach er:
Der Bauer ließ sich das gefallen, zog den Rock des Juden an und ging mit ihm fort.
Der König hielt dem Bauern die bösen Reden vor, die der Jude hinterbracht hatte.
, sprach der Bauer,
, schrie der Jude.
Wie der König das hörte, sprach er:
, und ließ ihm noch etwas in harten Talern als Hiebe nachzahlen. Der Bauer aber ging in dem guten Rock und mit dem guten Geld in der Tasche heim und sprach:

