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Märchen lesen und erleben

Der treue Johannes

⏱ Lesedauer: ca. 16 Min.

Das Versprechen am Sterbebett

Es war einmal ein alter König, der war krank und dachte:

„Es wird wohl das Totenbett sein, auf dem ich liege.“

Da sprach er:

„Lasst mir den getreuen Johannes kommen.“

Der getreue Johannes war sein liebster Diener und hieß so, weil er ihm sein Lebtag so treu gewesen war.

Als er nun vor das Bett kam, sprach der König zu ihm:

„Getreuester Johannes, ich fühle, dass mein Ende herannaht. Da habe ich keine andere Sorge als um meinen Sohn. Er ist noch in jungen Jahren, wo er sich nicht immer zu raten weiß. Wenn du mir nicht versprichst, ihn in allem zu unterrichten, was er wissen muss, und sein Pflegevater zu sein, so kann ich meine Augen nicht in Ruhe schließen.“

Da antwortete der getreue Johannes:

„Ich will ihn nicht verlassen und will ihm mit Treue dienen, wenn es auch mein Leben kostet.“

Da sagte der alte König:

„So sterbe ich getrost und in Frieden.“

Er sprach dann weiter:

„Nach meinem Tode sollst du ihm das ganze Schloss zeigen: alle Kammern, Säle und Gewölbe und alle Schätze, die darin liegen. Aber die letzte Kammer in dem langen Gang sollst du ihm nicht zeigen, worin das Bild der Königstochter vom goldenen Dache verborgen steht. Wenn er das Bild erblickt, wird er eine heftige Liebe zu ihr empfinden, in Ohnmacht niederfallen und ihretwegen in große Gefahren geraten; davor sollst du ihn hüten.“

Als der treue Johannes dem alten König nochmals die Hand darauf gegeben hatte, wurde dieser still, legte sein Haupt auf das Kissen und starb.

Die verbotene Kammer

Als der alte König zu Grabe getragen war, erzählte der treue Johannes dem jungen König, was er seinem Vater auf dem Sterbelager versprochen hatte, und sagte:

„Das will ich gewisslich halten und will dir treu sein, wie ich ihm gewesen bin, und sollte es mein Leben kosten.“

Die Trauer ging vorüber. Da sprach der treue Johannes zu ihm:

„Es ist nun Zeit, dass du dein Erbe siehst. Ich will dir dein väterliches Schloss zeigen.“

Da führte er ihn überall herum, auf und ab, und ließ ihn all die Reichtümer und prächtigen Kammern sehen. Nur die eine Kammer öffnete er nicht, in der das gefährliche Bild stand. Das Bild war aber so gestellt, dass man gerade darauf sah, wenn die Tür aufging. Es war so herrlich gemacht, dass man meinte, es lebe und leibe, und es gäbe nichts Lieblicheres und Schöneres auf der ganzen Welt.

Der junge König aber merkte wohl, dass der getreue Johannes immer an einer Tür vorüberging, und sprach:

„Warum schließt du mir diese niemals auf?“

„Es ist etwas darin“

, antwortete er,

„wovor du erschrickst.“

Aber der König antwortete:

„Ich habe das ganze Schloss gesehen, so will ich auch wissen, was darin ist.“

Er ging und wollte die Tür mit Gewalt öffnen.

Da hielt ihn der getreue Johannes zurück und sagte:

„Ich habe es deinem Vater vor seinem Tode versprochen, dass du nicht sehen sollst, was in der Kammer steht. Es könnte dir und mir zu großem Unglück ausschlagen.“

„Ach nein“

, antwortete der junge König,

„wenn ich nicht hineinkomme, so ist es mein sicheres Verderben. Ich würde Tag und Nacht keine Ruhe haben, bis ich es mit meinen Augen gesehen hätte. Nun gehe ich nicht von der Stelle, bis du aufgeschlossen hast.“

Da sah der getreue Johannes, dass es nicht mehr zu ändern war. Mit schwerem Herzen und vielem Seufzen suchte er aus dem großen Bund den Schlüssel heraus. Als er die Tür geöffnet hatte, trat er zuerst hinein und dachte, er wolle das Bildnis bedecken, damit es der König vor ihm nicht sähe. Aber was half das? Der König stellte sich auf die Fußspitzen und sah ihm über die Schulter.

Als er das Bildnis der Jungfrau erblickte, das so herrlich war und von Gold und Edelsteinen glänzte, fiel er ohnmächtig zur Erde nieder. Der getreue Johannes hob ihn auf, trug ihn in sein Bett und dachte voll Sorgen:

„Das Unglück ist geschehen! Herr Gott, was will daraus werden!“

Dann stärkte er ihn mit Wein, bis er wieder zu sich selbst kam.

Das erste Wort, das der König sprach, war:

„Ach! Wer ist das schöne Bild?“

„Das ist die Königstochter vom goldenen Dache“

, antwortete der treue Johannes.

Da sprach der König weiter:

„Meine Liebe zu ihr ist so groß – wenn alle Blätter an den Bäumen Zungen wären, sie könnten es nicht aussagen. Mein Leben setze ich daran, dass ich sie erlange. Du bist mein getreuester Johannes, du musst mir beistehen.“

Die Entführung der Prinzessin

Der treue Diener besann sich lange, wie die Sache anzufangen wäre, denn es war schwer, auch nur vor das Angesicht der Königstochter zu kommen. Endlich hatte er ein Mittel ausgedacht und sprach zu dem König:

„Alles, was sie um sich hat, ist von Gold: Tische, Stühle, Schüsseln, Becher, Näpfe und alles Hausgerät. In deinem Schatze liegen fünf Tonnen Goldes. Lass eine davon von den Goldschmieden des Reichs verarbeiten zu allerhand Gefäßen und Gerätschaften, zu Vögeln, Wild und wunderbaren Tieren. Das wird ihr gefallen. Wir wollen damit hinfahren und unser Glück versuchen.“

Der König ließ alle Goldschmiede herbeiholen. Sie mussten Tag und Nacht arbeiten, bis endlich die herrlichsten Dinge fertig waren. Als alles auf ein Schiff geladen war, zog der getreue Johannes Kaufmannskleider an, und der König musste ein Gleiches tun, um sich ganz unkenntlich zu machen. Dann fuhren sie über das Meer, bis sie zu der Stadt kamen, in der die Königstochter vom goldenen Dache wohnte.

Der treue Johannes hieß den König auf dem Schiff zurückbleiben und auf ihn warten.

„Vielleicht“

, sprach er,

„bringe ich die Königstochter mit. Darum sorgt, dass alles in Ordnung ist. Lasst die Goldgefäße aufstellen und das ganze Schiff ausschmücken.“

Darauf packte er sich in sein Schürzchen allerlei von den Goldsachen zusammen, stieg an Land und ging gerade nach dem königlichen Schloss.

Als er in den Schlosshof kam, stand beim Brunnen ein schönes Mädchen, das hatte zwei goldene Eimer in der Hand und schöpfte damit. Als es das blinkende Wasser forttragen wollte und sich umdrehte, sah es den fremden Mann und fragte, wer er wäre.

Da antwortete er:

„Ich bin ein Kaufmann“

, öffnete sein Schürzchen und ließ sie hineinschauen.

Da rief sie:

„Ei, was für schönes Goldzeug!“

, setzte die Eimer nieder und betrachtete ein Stück nach dem anderen. Dann sprach das Mädchen:

„Das muss die Königstochter sehen. Die hat so große Freude an den Goldsachen, dass sie euch alles abkauft.“

Es nahm ihn bei der Hand und führte ihn hinauf, denn es war die Kammerjungfer.

Als die Königstochter die Ware sah, war sie ganz entzückt und sprach:

„Es ist so schön gearbeitet, dass ich dir alles abkaufen will.“

Aber der getreue Johannes sprach:

„Ich bin nur der Diener von einem reichen Kaufmann. Was ich hier habe, ist nichts gegen das, was mein Herr auf seinem Schiff stehen hat. Das ist das Künstlichste und Köstlichste, was je in Gold gearbeitet wurde.“

Sie wollte alles heraufgebracht haben, aber er sprach:

„Dazu gehören viele Tage, so groß ist die Menge. Und es braucht so viele Säle, um es aufzustellen, dass euer Haus nicht Raum dafür hat.“

Da wurde ihre Neugierde und Lust immer mehr angeregt, sodass sie schließlich sagte:

„Führe mich hin zu dem Schiff. Ich will selbst hingehen und deines Herrn Schätze betrachten.“

Da führte sie der getreue Johannes zu dem Schiff hin und war ganz freudig. Der König sah bei ihrem Anblick, dass ihre Schönheit noch größer war, als das Bild sie dargestellt hatte, und meinte, das Herz wollte ihm zerspringen. Sie stieg in das Schiff, und der König führte sie hinein. Der getreue Johannes aber blieb zurück bei dem Steuermann und hieß das Schiff abstoßen:

„Spannt alle Segel auf, dass es fliegt wie ein Vogel in der Luft!“

Der König zeigte ihr drinnen das goldene Geschirr, jedes einzeln: die Schüsseln, Becher, Näpfe, die Vögel, das Wild und die wunderbaren Tiere. Viele Stunden vergingen, während sie alles besah, und in ihrer Freude merkte sie nicht, dass das Schiff dahinfuhr.

Nachdem sie das Letzte betrachtet hatte, dankte sie dem Kaufmann und wollte heim. Als sie aber an den Rand des Schiffes kam, sah sie, dass es fern vom Land auf hohem Meer fuhr und mit vollen Segeln forteilte.

„Ach“

, rief sie erschrocken,

„ich bin betrogen! Ich bin entführt und in die Gewalt eines Kaufmanns geraten! Lieber wollte ich sterben!“

Der König aber fasste sie bei der Hand und sprach:

„Ein Kaufmann bin ich nicht. Ich bin ein König und nicht geringer an Geburt als du. Dass ich dich mit List entführt habe, das ist aus übergroßer Liebe geschehen. Als ich dein Bildnis zum ersten Mal sah, bin ich ohnmächtig zur Erde gefallen.“

Als die Königstochter vom goldenen Dache das hörte, wurde sie getröstet. Ihr Herz wurde ihm geneigt, sodass sie gerne einwilligte, seine Gemahlin zu werden.

Das Gespräch der drei Raben

Es trug sich aber zu, während sie auf dem hohen Meer dahinfuhren, dass der getreue Johannes, als er vorn auf dem Schiff saß und Musik machte, in der Luft drei Raben erblickte, die dahergeflogen kamen. Da hörte er auf zu spielen und horchte, was sie miteinander sprachen, denn er verstand das wohl.

Die erste rief:

„Ei, da führt er die Königstochter vom goldenen Dache heim.“

„Ja“

, antwortete die zweite,

„er hat sie noch nicht.“

Sprach die dritte:

„Er hat sie doch, sie sitzt bei ihm im Schiff.“

Da fing die erste wieder an und rief:

„Was hilft ihm das! Wenn sie an das Land kommen, wird ihm ein fuchsrotes Pferd entgegenspringen. Da wird er sich aufschwingen wollen, und tut er das, so sprengt es mit ihm fort und in die Luft hinein, sodass er nimmermehr seine Jungfrau wiedersieht.“

Sprach die zweite:

„Ist gar keine Rettung?“

„O ja! Wenn ein anderer schnell aufsitzt, das Feuergewehr, das in den Halftern stecken muss, herausnimmt und das Pferd damit totgießt, so ist der junge König gerettet. Aber wer weiß das! Und wer es weiß und es ihm sagt, der wird zu Stein von den Fußzehen bis zum Knie.“

Da sprach die zweite:

„Ich weiß noch mehr. Wenn das Pferd auch getötet wird, so behält der junge König doch nicht seine Braut. Wenn sie zusammen ins Schloss kommen, so liegt dort ein gemachtes Brauthemd in einer Schüssel. Es sieht aus, als wäre es aus Gold und Silber gewebt, ist aber nichts als Schwefel und Pech. Wenn er es antut, verbrennt es ihn bis auf Mark und Knochen.“

Sprach die dritte:

„Ist da gar keine Rettung?“

„O ja“

, antwortete die zweite,

„wenn einer mit Handschuhen das Hemd packt und es ins Feuer wirft, dass es verbrennt, so ist der junge König gerettet. Aber was hilft es! Wer es weiß und es ihm sagt, der wird halben Leibes Stein, vom Knie bis zum Herzen.“

Da sprach die dritte:

„Ich weiß noch mehr. Wird das Brauthemd auch verbrannt, so hat der junge König seine Braut doch noch nicht. Wenn nach der Hochzeit der Tanz anhebt und die junge Königin tanzt, wird sie plötzlich erbleichen und wie tot hinfallen. Und hebt sie nicht einer auf, zieht aus ihrer rechten Brust drei Tropfen Blut und speit sie wieder aus, so stirbt sie. Aber verrät das einer, der es weiß, so wird er ganzes Leibes zu Stein, vom Wirbel bis zur Fußzehe.“

Als die Raben das miteinander gesprochen hatten, flogen sie weiter. Der getreue Johannes hatte alles wohl verstanden, aber von der Zeit an war er still und traurig. Denn verschwieg er seinem Herrn, was er gehört hatte, so war dieser unglücklich; entdeckte er es ihm, so musste er selbst sein Leben hingeben. Endlich aber sprach er bei sich:

„Meinen Herrn will ich retten, und sollte ich selbst darüber zugrunde gehen.“

Die drei Gefahren

Als sie nun an das Land kamen, geschah es, wie die Rabe vorhergesagt hatte, und es sprengte ein prächtiger fuchsroter Gaul daher.

„Wohlan“

, sprach der König,

„der soll mich in mein Schloss tragen“

, und wollte sich aufsetzen.

Doch der treue Johannes kam ihm zuvor, schwang sich schnell darauf, zog das Gewehr aus den Halftern und schoss den Gaul nieder.

Da riefen die anderen Diener des Königs, die dem treuen Johannes nicht wohlgesinnt waren:

„Wie schändlich, das schöne Tier zu töten, das den König in sein Schloss tragen sollte!“

Aber der König sprach:

„Schweigt und lasst ihn gehen. Es ist mein getreuester Johannes, wer weiß, wozu das gut ist!“

Nun gingen sie ins Schloss. Da stand im Saal eine Schüssel, und das gemachte Brauthemd lag darin und sah nicht anders aus, als wäre es aus Gold und Silber. Der junge König ging darauf zu und wollte es ergreifen, aber der treue Johannes schob ihn weg, packte es mit Handschuhen an, trug es schnell ins Feuer und ließ es verbrennen.

Die anderen Diener fingen wieder an zu murren und sagten:

„Seht, nun verbrennt er gar des Königs Brauthemd.“

Aber der junge König sprach:

„Wer weiß, wozu es gut ist. Lasst ihn gehen, es ist mein getreuester Johannes.“

Nun wurde die Hochzeit gefeiert. Der Tanz hob an, und die Braut trat auch hinein. Da gab der treue Johannes acht und schaute ihr ins Antlitz. Auf einmal erbleichte sie und fiel wie tot zur Erde.

Da sprang er eilends hinzu, hob sie auf und trug sie in eine Kammer. Dort legte er sie nieder, kniete nieder, sog die drei Blutstropfen aus ihrer rechten Brust und speite sie aus. Alsbald atmete sie wieder und erholte sich.

Der junge König aber hatte es mit angesehen. Er wusste nicht, warum es der getreue Johannes getan hatte, wurde zornig darüber und rief:

„Werft ihn ins Gefängnis!“

Die Verwandlung in Stein

Am anderen Morgen wurde der getreue Johannes verurteilt und zum Galgen geführt. Als er oben stand und gerichtet werden sollte, sprach er:

„Jeder, der sterben soll, darf vor seinem Ende noch einmal reden. Soll ich das Recht auch haben?“

„Ja“

, antwortete der König,

„es soll dir vergönnt sein.“

Da sprach der treue Johannes:

„Ich bin mit Unrecht verurteilt und bin dir immer treu gewesen“

, und erzählte, wie er auf dem Meer das Gespräch der Raben gehört hatte und wie er, um seinen Herrn zu retten, das alles hatte tun müssen.

Da rief der König:

„O mein treuester Johannes! Gnade! Gnade! Führt ihn herunter!“

Aber der treue Johannes war bei dem letzten Wort, das er gesprochen hatte, leblos herabgefallen und war zu Stein geworden.

Darüber trugen der König und die Königin großes Leid. Der König sprach:

„Ach, was habe ich so große Treue so übel belohnt!“

Er ließ das steinerne Bild aufheben und in seine Schlafkammer neben sein Bett stellen. Sooft er es ansah, weinte er und sprach:

„Ach, könnte ich dich wieder lebendig machen, mein getreuester Johannes!“

Das Opfer und die Erlösung

Es ging eine Zeit herum, da gebar die Königin Zwillinge – zwei Söhnlein, die wuchsen heran und waren ihre Freude.

Einmal, als die Königin in der Kirche war und die zwei Kinder bei dem Vater saßen und spielten, sah dieser wieder das steinerne Bildnis voll Trauer an, seufzte und rief:

„Ach, könnte ich dich wieder lebendig machen, mein getreuester Johannes!“

Da fing der Stein an zu reden und sprach:

„Ja, du kannst mich wieder lebendig machen, wenn du dein Liebstes daran wenden willst.“

Da rief der König:

„Alles, was ich auf der Welt habe, will ich für dich hingeben!“

Sprach der Stein weiter:

„Wenn du mit deiner eigenen Hand deinen beiden Kindern den Kopf abhaust und mich mit ihrem Blute bestreichst, so erhalte ich das Leben wieder.“

Der König erschrak, als er hörte, dass er seine liebsten Kinder selbst töten sollte. Doch er dachte an die große Treue und daran, dass der getreue Johannes für ihn gestorben war. Er zog sein Schwert und hieb mit eigener Hand den Kindern den Kopf ab. Und als er mit ihrem Blut den Stein bestrichen hatte, kehrte das Leben zurück, und der getreue Johannes stand wieder frisch und gesund vor ihm.

Er sprach zum König:

„Deine Treue soll nicht unbelohnt bleiben“

, nahm die Häupter der Kinder, setzte sie auf und bestrich die Wunden mit ihrem Blut. Davon wurden sie im Augenblick wieder heil, sprangen herum und spielten fort, als wäre ihnen nichts geschehen.

Nun war der König voller Freude. Als er die Königin kommen sah, versteckte er den getreuen Johannes und die beiden Kinder in einen großen Schrank.

Wie sie hereintrat, sprach er zu ihr:

„Hast du gebetet in der Kirche?“

„Ja“

, antwortete sie,

„aber ich habe beständig an den treuen Johannes gedacht, dass er so unglücklich durch uns geworden ist.“

Da sprach er:

„Liebe Frau, wir können ihm das Leben wiedergeben, aber es kostet uns unsere beiden Söhnlein; die müssen wir opfern.“

Die Königin wurde bleich und erschrak im Herzen, doch sprach sie:

„Wir sind es ihm schuldig wegen seiner großen Treue.“

Da freute er sich, dass sie so dachte, wie er gedacht hatte, ging hin und schloss den Schrank auf, holte die Kinder und den treuen Johannes heraus und sprach:

„Gott sei gelobt, er ist erlöst, und unsere Söhnlein haben wir auch wieder!“

Er erzählte ihr, wie sich alles zugetragen hatte. Da lebten sie zusammen in Glückseligkeit bis an ihr Ende.