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Märchenstern - Märchen lesen und erleben
Märchen lesen und erleben

Der gescheidte Hans

⏱ Lesedauer: ca. 5 Min.

Die Stecknadel

Hans' Mutter fragt:

„Wohin, Hans?“

Hans antwortet:

„Zur Gretel.“

„Mach es gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adieu, Mutter.“

„Adieu, Hans.“

Hans kommt zur Gretel.

„Guten Tag, Gretel.“

„Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bringe nichts, will etwas haben.“

Gretel schenkt dem Hans eine Stecknadel. Hans spricht:

„Adieu, Gretel.“

„Adieu, Hans.“

Hans nimmt die Nadel, steckt sie in einen Heuwagen und geht hinter dem Wagen her nach Hause.

„Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“

„Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“

„Nichts gebracht, ich habe etwas bekommen.“

„Was hat dir Gretel gegeben?“

„Eine Nadel gegeben.“

„Wo hast du die Nadel, Hans?“

„In den Heuwagen gesteckt.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans! Du musstest die Nadel an deinen Ärmel stecken.“

„Tut nichts, werde es besser machen.“

Das Taschenmesser

„Wohin, Hans?“

„Zur Gretel, Mutter.“

„Mach es gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adieu, Mutter.“

„Adieu, Hans.“

Hans kommt zur Gretel.

„Guten Tag, Gretel.“

„Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bringe nichts, will etwas haben.“

Gretel schenkt dem Hans ein Messer.

„Adieu, Gretel.“

„Adieu, Hans.“

Hans nimmt das Messer, steckt es an den Ärmel und geht nach Hause.

„Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“

„Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“

„Nichts gebracht, ich habe etwas bekommen.“

„Was hat dir Gretel gegeben?“

„Ein Messer gegeben.“

„Wo hast du das Messer, Hans?“

„An den Ärmel gesteckt.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans! Du musstest das Messer in die Tasche stecken.“

„Tut nichts, werde es besser machen.“

Die junge Ziege

„Wohin, Hans?“

„Zur Gretel, Mutter.“

„Mach es gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adieu, Mutter.“

„Adieu, Hans.“

Hans kommt zur Gretel.

„Guten Tag, Gretel.“

„Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bringe nichts, will etwas haben.“

Gretel schenkt dem Hans eine junge Ziege.

„Adieu, Gretel.“

„Adieu, Hans.“

Hans nimmt die Ziege, bindet ihr die Beine zusammen und quetscht sie in seine Tasche. Als er nach Hause kommt, ist das arme Tier erstickt.

„Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“

„Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“

„Nichts gebracht, ich habe etwas bekommen.“

„Was hat dir Gretel gegeben?“

„Eine Ziege gegeben.“

„Wo hast du die Ziege, Hans?“

„In die Tasche gesteckt.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans! Du musstest die Ziege an ein Seil binden.“

„Tut nichts, werde es besser machen.“

Das Stück Speck

„Wohin, Hans?“

„Zur Gretel, Mutter.“

„Mach es gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adieu, Mutter.“

„Adieu, Hans.“

Hans kommt zur Gretel.

„Guten Tag, Gretel.“

„Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bringe nichts, will etwas haben.“

Gretel schenkt dem Hans ein Stück Speck.

„Adieu, Gretel.“

„Adieu, Hans.“

Hans nimmt den Speck, bindet ihn an ein Seil und schleift ihn hinter sich her. Die Hunde kommen gelaufen und fressen den Speck unterwegs heimlich auf. Als er nach Hause kommt, hat er nur noch das leere Seil an der Hand.

„Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“

„Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“

„Nichts gebracht, ich habe etwas bekommen.“

„Was hat dir Gretel gegeben?“

„Ein Stück Speck gegeben.“

„Wo hast du den Speck, Hans?“

„Ans Seil gebunden, heimgeführt, Hunde haben ihn gefressen.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans! Du musstest den Speck auf dem Kopf tragen.“

„Tut nichts, werde es besser machen.“

Das Kalb

„Wohin, Hans?“

„Zur Gretel, Mutter.“

„Mach es gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adieu, Mutter.“

„Adieu, Hans.“

Hans kommt zur Gretel.

„Guten Tag, Gretel.“

„Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bringe nichts, will etwas haben.“

Gretel schenkt dem Hans ein Kalb.

„Adieu, Gretel.“

„Adieu, Hans.“

Hans nimmt das Kalb, setzt es sich auf den Kopf, und das Kalb zertritt ihm das ganze Gesicht.

„Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“

„Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“

„Nichts gebracht, ich habe etwas bekommen.“

„Was hat dir Gretel gegeben?“

„Ein Kalb gegeben.“

„Wo hast du das Kalb, Hans?“

„Auf den Kopf gesetzt, Gesicht zertreten.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans! Du musstest das Kalb an der Leine führen und in den Stall an die Raufe stellen.“

„Tut nichts, werde es besser machen.“

Die Braut

„Wohin, Hans?“

„Zur Gretel, Mutter.“

„Mach es gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adieu, Mutter.“

„Adieu, Hans.“

Hans kommt zur Gretel.

„Guten Tag, Gretel.“

„Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bringe nichts, will etwas haben.“

Gretel sagt zum Hans:

„Ich will mit dir gehen.“

Hans nimmt die Gretel, bindet sie an ein Seil, führt sie nach Hause vor die Futterraufe und knüpft sie dort fest. Darauf geht Hans zu seiner Mutter.

„Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“

„Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“

„Nichts gebracht.“

„Was hat dir Gretel gegeben?“

„Nichts gegeben, ist mitgegangen.“

„Wo hast du die Gretel gelassen?“

„An der Leine geführt, vor die Raufe gebunden, Gras vorgeworfen.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans! Du musstest ihr freundliche Blicke zuwerfen.“

„Tut nichts, werde es besser machen.“

Hans geht in den Stall, sticht allen Kälbern und Schafen die Augen aus und wirft sie der Gretel ins Gesicht. Da wird die Gretel zornig, reißt sich los, läuft auf und davon – und das ist Hans' Braut gewesen.