Autor: Gebrüder Grimm
Erstes Märchen: Die Versuchung mit den neun Schwänzen
Es war einmal ein alter Fuchs mit neun Schwänzen, der glaubte, seine Frau wäre ihm nicht treu, und wollte sie in Versuchung führen. Er streckte sich unter die Bank, regte kein Glied und stellte sich, als wenn er mausetot wäre. Die Frau Füchsin ging auf ihre Kammer, schloss sich ein, und ihre Magd, die Jungfer Katze, saß auf dem Herd und kochte.
Als es nun bekannt ward, dass der alte Fuchs gestorben war, so meldeten sich die Freier. Da hörte die Magd, dass jemand vor der Haustür stand und anklopfte. Sie ging und machte auf, und da war es ein junger Fuchs, der sprach:
Sie antwortete:
, sagte der Fuchs,
Die Magd antwortete:
Da ging die Katze tripp, trapp, da schlug die Tür klipp, klapp.
, antwortete die Katze,
Die Jungfer Katze ging hinab und schickte den Freier fort. Bald darauf klopfte es wieder an, und es war ein anderer Fuchs vor der Tür, der wollte die Frau Füchsin freien. Er hatte zwei Schwänze, aber es ging ihm nicht besser als dem ersten. Danach kamen noch andere, immer mit einem Schwanz mehr, die alle abgewiesen wurden, bis zuletzt einer kam, der neun Schwänze hatte wie der alte Herr Fuchs.
Als die Witwe das hörte, sprach sie voll Freude zu der Katze:
Als aber eben die Hochzeit gefeiert werden sollte, da regte sich der alte Herr Fuchs unter der Bank, prügelte das ganze Gesindel durch und jagte es samt der Frau Füchsin zum Haus hinaus.
Zweites Märchen: Die Suche nach dem roten Höslein
Als der alte Herr Fuchs gestorben war, kam der Wolf als Freier, klopfte an die Türe, und die Katze, die als Magd bei der Frau Füchsin diente, machte auf. Der Wolf grüßte sie und sprach:
Die Katze antwortete:
, antwortete der Wolf.
Die Katze sprach:
Der Wolf antwortete:
Die Katze, die lief die Treppe hinan, und ließ ihr Schwänzchen rummergahn, bis sie kam vor den langen Saal, klopfte an mit ihren fünf goldenen Ringen:
Die Frau Füchsin fragte:
, antwortete die Katze.
Als der Wolf abgewiesen war, kam ein Hund, ein Hirsch, ein Hase, ein Bär, ein Löwe und nacheinander alle Waldtiere. Aber es fehlte immer eine von den guten Eigenschaften, die der alte Herr Fuchs gehabt hatte, und die Katze musste den Freier jedes Mal wegschicken.
Endlich kam ein junger Fuchs. Da sprach die Frau Füchsin:
, sagte die Katze,
, sprach die Frau Füchsin und hieß die Magd das Hochzeitsfest bereiten.
Da ward die Hochzeit gehalten mit dem jungen Herrn Fuchs, und es ward gejubelt und getanzt; und wenn sie nicht aufgehört haben, so tanzen sie noch.

