Autor: Gebrüder Grimm
Das Häschen im Kohlgarten
Es war einmal eine Frau mit einer Tochter, die hatten einen schönen Garten mit Kohl. Dahin kam ein kleines Häschen und fraß zur Winterszeit den ganzen Kohl weg.
Da sagte die Frau zu ihrer Tochter:
Das Mädchen ging hin und rief dem Häschen zu:
Das Häschen aber antwortete:
Das Mädchen wollte aber nicht.
Am nächsten Tag kam das Häschen wieder und fraß erneut vom Kohl. Da sagte die Frau wieder zur Tochter:
Das Mädchen rief wieder:
Das Häschen sprach:
Das Mädchen wollte wieder nicht.
Am dritten Tag kam das Häschen abermals und fraß den Kohl. Da sprach die Frau zum dritten Mal:
Das Mädchen rief:
Das Häschen sprach:
Da setzte sich das Mädchen schließlich auf das Hasenschwänzchen.
Der Weg zum Hasenhüttchen
Das Häschen brachte das Mädchen weit fort in sein kleines Hüttchen und sagte:
Bald kamen alle Hochzeitsgäste zusammen. Wer das war? Das kann ich dir sagen, wie es mir erzählt wurde: Es waren lauter Hasen. Die Krähe war als Pfarrer dabei, um die Brautleute zu trauen, der Fuchs war der Küster, und der Altar stand unter dem Regenbogen.
Die unglückliche Braut
Das Mädchen aber war sehr traurig, weil es so ganz alleine unter den Hasen war.
Da kam das Häschen und rief:
Die Braut aber sagte nichts und weinte nur. Das Häschen ging wieder fort.
Nach einer Weile kam das Häschen wieder und sprach:
Die Braut sagte wieder nichts und weinte nur. Das Häschen ging erneut fort.
Das Häschen kam zum dritten Mal und sprach:
Da schwieg die Braut noch immer, und das Häschen ging wieder hinaus.
Die Strohpuppe am Kessel
Nun baute das Mädchen eine Puppe aus Stroh, zog ihr ihre eigenen Kleider an, gab ihr einen Rührlöffel in die Hand, setzte sie an den Kessel mit der kochenden Hirse und lief heim zu ihrer Mutter.
Das Häschen kam noch einmal zurück und rief:
Als keine Antwort kam, öffnete es selbst die Tür und klopfte der Puppe so fest an den Kopf, dass ihr die Haube herunterfiel.
Da sah das Häschen, dass es nicht seine Braut war, sondern eine Strohpuppe. Es ging traurig fort und blieb allein zurück.

