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Märchen lesen und erleben

Der junge Riese

⏱ Lesedauer: ca. 16 Min.

Ein Bauersmann hatte einen Sohn, der war so groß wie ein Daumen und wurde gar nicht größer. Er wuchs in etlichen Jahren nicht ein Haarbreit.

Einmal wollte der Bauer ins Feld gehen und pflügen, da sagte der Kleine:

„Vater, ich will mit hinaus.“

„Du willst mit hinaus?“

, sprach der Vater.

„Bleib du hier, dort bist du zu nichts nutze. Du könntest mir auch verloren gehen.“

Da fing der Däumling an zu weinen, und um seine Ruhe zu haben, steckte ihn der Vater in die Tasche und nahm ihn mit. Draußen auf dem Feld holte er ihn wieder heraus und setzte ihn in eine frische Furche.

Wie er da so saß, kam über den Berg ein großer Riese daher.

„Siehst du dort den großen Butzemann?“

, sagte der Vater und wollte den Kleinen erschrecken, damit er artig wäre.

„Der kommt und holt dich.“

Der Riese aber hatte mit seinen langen Beinen kaum ein paar Schritte getan, so war er bei der Furche. Er hob den kleinen Däumling mit zwei Fingern behutsam in die Höhe, betrachtete ihn und ging, ohne ein Wort zu sprechen, mit ihm fort. Der Vater stand dabei, konnte vor Schrecken keinen Laut hervorbringen und glaubte fest, sein Kind sei verloren. Er dachte, er würde es sein Lebtag nicht wieder mit Augen sehen.

Entführung durch den Riesen

Der Riese aber trug den Knaben heim und ließ ihn an seiner Brust saugen. Der Däumling wuchs und wurde groß und stark nach Art der Riesen.

Nach Verlauf von zwei Jahren ging der Alte mit ihm in den Wald, wollte ihn auf die Probe stellen und sprach:

„Zieh dir eine Gerte heraus.“

Da war der Knabe schon so stark, dass er einen jungen Baum mit den Wurzeln aus der Erde riss. Der Riese aber meinte:

„Das muss besser werden“

, nahm ihn wieder mit und säugte ihn noch zwei Jahre.

Als er ihn erneut prüfte, hatte seine Kraft schon so zugenommen, dass er einen alten Baum aus der Erde brechen konnte. Das war dem Riesen noch immer nicht genug. Er säugte ihn abermals zwei Jahre. Als er dann mit ihm in den Wald ging und sprach:

„Nun reiß einmal eine ordentliche Gerte aus“

, so riss der Junge den dicksten Eichenbaum aus der Erde, dass es krachte, und es war ihm nur ein Spaß.

„Nun ist es genug“

, sprach der Riese,

„du hast ausgelernt“

, und führte ihn zurück auf den Acker, wo er ihn geholt hatte.

Die Heimkehr als Riese

Sein Vater stand da hinter dem Pflug. Der junge Riese ging auf ihn zu und sprach:

„Sieht er wohl, Vater, was sein Sohn für ein Mann geworden ist?“

Der Bauer erschrak und sagte:

„Nein, du bist mein Sohn nicht, ich will dich nicht, geh weg von mir.“

„Freilich bin ich sein Sohn! Lass er mich an die Arbeit, ich kann pflügen so gut wie er und noch besser.“

„Nein, nein, du bist mein Sohn nicht, du kannst auch nicht pflügen, geh weg von mir.“

Weil er sich aber vor dem großen Mann fürchtete, ließ er den Pflug los, trat zurück und setzte sich an den Rand des Feldes. Da nahm der Junge das Geschirr und drückte bloß mit einer Hand darauf. Aber der Druck war so gewaltig, dass der Pflug tief in die Erde ging.

Der Bauer konnte das nicht mit ansehen und rief ihm zu:

„Wenn du pflügen willst, musst du nicht so gewaltig drücken, das gibt schlechte Arbeit.“

Der Junge aber spannte die Pferde aus, zog den Pflug selbst und sagte:

„Geh er nur nach Hause, Vater, und lass er die Mutter eine große Schüssel voll Essen kochen. Ich will derweil den Acker schon umreißen.“

Da ging der Bauer heim und bestellte das Essen bei seiner Frau. Der Junge aber pflügte das Feld, das zwei Morgen groß war, ganz allein. Danach spannte er sich auch selbst vor die Egge und eggte alles mit zwei Eggen zugleich. Als er fertig war, ging er in den Wald und riss zwei Eichenbäume aus, legte sie auf die Schultern, legte vorn und hinten eine Egge darauf und hing vorn und hinten auch ein Pferd an. So trug er das alles, als wäre es ein Bund Stroh, zum Haus seiner Eltern.

Als er in den Hof kam, erkannte ihn seine Mutter nicht und fragte:

„Wer ist der entsetzlich große Mann?“

Der Bauer sagte:

„Das ist unser Sohn.“

Sie sprach:

„Nein, unser Sohn ist das nimmermehr. So einen großen haben wir nie gehabt, unser war ein kleines Ding. Geh fort, wir wollen dich nicht!“

Der Junge schwieg still, zog seine Pferde in den Stall und gab ihnen Hafer und Heu, ganz wie es sich gehörte. Als er fertig war, ging er in die Stube, setzte sich auf die Bank und sagte:

„Mutter, nun hätte ich Lust zu essen. Ist es bald fertig?“

Da sagte sie

„Ja“

und brachte zwei riesige Schüsseln herein, an denen sie und ihr Mann acht Tage lang genug gehabt hätten. Der Junge aber aß sie allein auf und fragte, ob sie nicht noch mehr bringen könnte.

„Nein“

, sagte sie,

„das ist alles, was wir haben.“

„Das war ja nur zum Schmecken, ich muss mehr haben.“

Sie wagte nicht, ihm zu widerstehen, ging hin und setzte einen großen Schweinekessel voll über das Feuer. Als das Essen gar war, trug sie es herein.

„Endlich kommen noch ein paar Brocken“

, sagte er und aß alles auf. Es war aber immer noch nicht genug, um seinen Hunger zu stillen. Da sprach er:

„Vater, ich sehe wohl, bei ihm werde ich nicht satt. Wenn er mir einen Stab aus Eisen verschafft, der so stark ist, dass ich ihn vor meinen Knien nicht zerbrechen kann, so will ich fort in die Welt gehen.“

Der Bauer war froh, spannte seine zwei Pferde vor den Wagen und holte beim Schmied einen Stab, der so groß und dick war, wie die zwei Pferde ihn nur wegschaffen konnten. Der Junge nahm ihn gegen die Knie, und ratsch! Brach er ihn wie eine Bohnenstange in der Mitte entzwei und warf ihn weg.

Der Vater spannte vier Pferde vor und holte einen Stab, so groß und dick, wie die vier Pferde ihn tragen konnten. Der Sohn knickte auch diesen vor dem Knie entzwei, warf ihn hin und sprach:

„Vater, der kann mir nicht helfen. Er muss besser vorspannen und einen stärkeren Stab holen.“

Da spannte der Vater acht Pferde vor und holte einen Stab, der so groß und dick war, wie die acht Pferde ihn herbeifahren konnten. Als der Sohn diesen in die Hand nahm, brach er gleich oben ein Stück davon ab und sagte:

„Vater, ich sehe, er kann mir keinen Stab anschaffen, wie ich ihn brauche. Ich will nicht länger bei ihm bleiben.“

In der Schmiede des Geizhalses

Da ging er fort und gab sich für einen Schmiedegesellen aus. Er kam in ein Dorf, in dem ein Schmied wohnte, der ein Geizkragen war. Dieser gönnte keinem Menschen etwas und wollte alles allein haben. Zu dem trat er in die Schmiede und fragte, ob er keinen Gesellen brauchte.

„Ja“

, sagte der Schmied, sah ihn an und dachte:

„Das ist ein tüchtiger Kerl, der wird gut vorschlagen und sein Brot verdienen.“

Er fragte:

„Wie viel willst du Lohn haben?“

„Gar keinen will ich haben“

, antwortete er.

„Nur alle vierzehn Tage, wenn die anderen Gesellen ihren Lohn bezahlt bekommen, will ich dir zwei Streiche geben, die musst du aushalten.“

Damit war der Geizhals von Herzen zufrieden und dachte, so viel Geld zu sparen. Am anderen Morgen sollte der fremde Geselle zuerst vorschlagen. Als aber der Meister den glühenden Stab brachte und jener den ersten Schlag tat, flog das Eisen auseinander und der Amboss sank so tief in die Erde, dass sie ihn gar nicht wieder herausbringen konnten.

Da wurde der Geizige bös und sagte:

„Ei was, dich kann ich nicht brauchen! Du schlägst gar zu grob. Was willst du für den einen Zuschlag haben?“

Da sprach er:

„Ich will dir nur einen ganz kleinen Streich geben, weiter nichts.“

Er hob seinen Fuß auf und gab ihm einen Tritt, dass er über vier Fuder Heu hinausflog. Darauf suchte er sich den dicksten Eisenstab aus, der in der Schmiede war, nahm ihn als Spazierstock in die Hand und ging weiter.

Als Großknecht beim Amtmann

Als er eine Weile gewandert war, kam er zu einem Gutshof und fragte den Amtmann, ob er keinen Großknecht nötig hätte.

„Ja“

, sagte der Amtmann,

„ich kann einen brauchen. Du siehst aus wie ein tüchtiger Kerl, der etwas leistet. Wie viel willst du an Jahreslohn haben?“

Er antwortete wiederum, er verlange gar keinen Lohn, aber jedes Jahr wolle er ihm drei Streiche geben, die er aushalten müsse. Damit war der Amtmann einverstanden, denn er war ebenfalls ein Geizhals.

Am anderen Morgen sollten die Knechte ins Holz fahren. Die anderen Knechte waren schon auf, er aber lag noch im Bett. Da rief ihn einer an:

„Steh auf, es ist Zeit! Wir wollen ins Holz, und du musst mit.“

„Ach“

, sagte er ganz grob und trotzig,

„geht ihr nur hin, ich komme doch eher wieder als ihr alle miteinander.“

Da gingen die anderen zum Amtmann und erzählten ihm, der Großknecht läge noch im Bett und wolle nicht mit ins Holz fahren. Der Amtmann sagte, sie sollten ihn noch einmal wecken und ihm befehlen, die Pferde vorzuspannen.

Der Großknecht sprach aber wie zuvor:

„Geht ihr nur hin, ich komme doch eher wieder als ihr alle miteinander.“

Darauf blieb er noch zwei Stunden liegen. Dann stieg er endlich aus den Federn, holte sich aber erst zwei Scheffel voll Erbsen vom Boden, kochte sich einen Brei und aß ihn in aller Ruhe. Als das alles geschehen war, ging er hin, spannte die Pferde vor und fuhr ins Holz.

Nicht weit vor dem Wald war ein Hohlweg, durch den er musste. Da fuhr er den Wagen erst vorwärts, ließ dann die Pferde stehen, ging hinter den Wagen und baute aus Bäumen und Reisig eine große Barriere, sodass kein Pferd mehr durchkommen konnte. Als er nun an den Wald kam, fuhren die anderen Knechte gerade mit ihren beladenen Wagen heraus und wollten heim. Da sprach er zu ihnen:

„Fahrt nur zu, ich komme doch eher nach Hause als ihr.“

Er fuhr gar nicht weit in den Wald, riss sogleich zwei der allergrößten Bäume aus der Erde, warf sie auf den Wagen und drehte um. Als er vor dem Hindernis ankam, standen die anderen noch da und konnten nicht durch.

„Seht ihr wohl“

, sprach er,

„wärt ihr bei mir geblieben, so wärt ihr ebenso schnell nach Hause gekommen und hättet noch eine Stunde schlafen können.“

Er wollte nun durchfahren, aber seine Pferde konnten sich nicht durcharbeiten. Da spannte er sie aus, legte sie oben auf den Wagen, nahm selbst die Deichsel in die Hand und zog alles mit einem Ruck hindurch. Das ging so leicht, als hätte er Federn geladen. Als er drüben war, sprach er zu den anderen:

„Seht ihr wohl, ich bin schneller hindurch als ihr“

, und fuhr weiter, während die anderen stehen bleiben mussten.

Im Hof nahm er einen Baum in die Hand, zeigte ihn dem Amtmann und sagte:

„Ist das nicht ein schönes Klafterstück?“

Da sprach der Amtmann zu seiner Frau:

„Der Knecht ist gut; wenn er auch lange schläft, ist er doch eher wieder da als die anderen.“

Der Anschlag im Brunnen

Nun diente er dem Amtmann ein Jahr. Als das Jahr herum war und die anderen Knechte ihren Lohn bekamen, sprach er, es wäre Zeit, er wolle sich nun auch seinen Lohn nehmen.

Dem Amtmann wurde aber angst vor den Streichen, die er bekommen sollte, und er bat ihn inständig, er möchte sie ihm schenken. Lieber wollte er selbst Großknecht werden und er sollte der Amtmann sein.

„Nein“

, sprach er,

„ich will kein Amtmann werden, ich bin Großknecht und will es bleiben. Ich will aber austeilen, was vereinbart ist.“

Der Amtmann wollte ihm geben, was er nur verlangte, aber es half nichts; der Großknecht sprach zu allem:

„Nein.“

Da wusste sich der Amtmann nicht zu helfen und bat ihn um vierzehn Tage Frist, um sich etwas zu überlegen. Der Großknecht gestand ihm die Frist zu.

Der Amtmann rief alle seine Schreiber zusammen; sie sollten sich besinnen und ihm einen Rat geben. Die Schreiber überlegten lange, endlich sagten sie, vor dem Großknecht sei niemand seines Lebens sicher, der schlüge einen Menschen wie eine Mücke tot. Er sollte ihm befehlen, in den Brunnen zu steigen, um ihn zu reinigen. Wenn er unten wäre, wollten sie einen der schweren Mühlsteine, die dort lagen, herbeirollen und ihm auf den Kopf werfen, dann würde er nie wieder an das Tageslicht kommen.

Der Rat gefiel dem Amtmann, und der Großknecht war bereit, in den Brunnen hinabzusteigen. Als er unten auf dem Grund stand, rollten sie den größten Mühlstein hinab. Sie glaubten, der Kopf sei ihm eingeschlagen, aber er rief hinauf:

„Jagt die Hühner vom Brunnen weg! Die kratzen da oben im Sand und werfen mir die Körner in die Augen, sodass ich nicht sehen kann.“

Da rief der Amtmann

„Husch, husch!“

und tat so, als scheuchte er die Hühner weg. Als der Großknecht mit seiner Arbeit fertig war, stieg er herauf und sagte:

„Seht einmal, ich habe doch ein schönes Halsband um.“

Da war es der Mühlstein, den er um den Hals trug.

Die Nacht in der verwunschenen Mühle

Der Großknecht wollte jetzt seinen Lohn nehmen, aber der Amtmann bat wieder um vierzehn Tage Bedenkzeit. Die Schreiber kamen zusammen und gaben den Rat, er sollte den Großknecht in die verwunschene Mühle schicken, um dort in der Nacht Korn zu mahlen. Von dort sei am Morgen noch kein Mensch lebendig herausgekommen.

Der Anschlag gefiel dem Amtmann. Er rief den Großknecht noch denselben Abend und befahl ihm, acht Malter Korn in die Mühle zu fahren und noch in der Nacht zu mahlen; sie hätten es dringend nötig. Da ging der Großknecht auf den Boden und tat zwei Malter in seine rechte Tasche, zwei in die linke, vier nahm er in einem Quersack halb auf den Rücken, halb auf die Brust. So beladen ging er zur verwunschenen Mühle.

Der Müller sagte ihm, bei Tag könne er recht gut mahlen, aber nicht in der Nacht, da sei die Mühle verwunschen, und wer da hineingegangen sei, den habe man am Morgen tot darin gefunden.

Er sprach:

„Ich werde schon durchkommen, macht euch nur fort und legt euch aufs Ohr.“

Darauf ging er in die Mühle und schüttete das Korn auf. Gegen elf Uhr ging er in die Müllerstube und setzte sich auf die Bank. Als er ein Weilchen gesessen hatte, tat sich auf einmal die Tür auf und eine riesige Tafel kam herein. Auf der Tafel stellten sich Wein, Braten und viel gutes Essen ganz von selbst auf, denn es war niemand da, der es hineintrug. Danach rückten sich die Stühle herbei, aber es kamen keine Leute. Schließlich sah er Finger, die mit den Messern und Gabeln hantierten und Speisen auf die Teller legten, aber sonst konnte er nichts sehen.

Da er hungrig war und das Essen sah, setzte er sich auch an die Tafel, aß mit und ließ es sich gut schmecken. Als er satt war und die unsichtbaren Gäste ihre Schüsseln ebenfalls ganz leer gemacht hatten, wurden die Lichter plötzlich alle gelöscht. Er hörte das deutlich, und als es nun stockfinster war, bekam er eine kräftige Ohrfeige ins Gesicht.

Da sprach er:

„Wenn noch einmal so etwas kommt, teile ich auch wieder aus.“

Und als er zum zweiten Mal eine Ohrfeige bekam, schlug er sogleich zurück. So ging das die ganze Nacht fort. Er nahm nichts umsonst, sondern gab reichlich zurück und schlug nicht faul um sich herum. Bei Tagesanbruch aber hörte alles auf.

Als der Müller aufgestanden war, wollte er nach ihm sehen und wunderte sich sehr, dass er noch lebte. Da sprach jener:

„Ich habe mich satt gegessen, habe Ohrfeigen bekommen, aber ich habe auch Ohrfeigen ausgeteilt.“

Der Müller freute sich und sagte, nun sei die Mühle erlöst, und wollte ihm gern zur Belohnung viel Geld geben. Er sprach aber:

„Geld will ich nicht, ich habe doch genug.“

Die Abrechnung mit dem Amtmann

Dann nahm er sein Mehl auf den Rücken, ging nach Hause und sagte dem Amtmann, er habe die Sache erledigt und wolle nun seinen vereinbarten Lohn haben.

Wie der Amtmann das hörte, da wurde ihm erst recht angst. Er wusste sich nicht zu helfen, ging in der Stube auf und ab, und die Schweißtropfen liefen ihm von der Stirn herunter. Da machte er das Fenster auf, um frische Luft hereinzulassen. Ehe er sichs aber versah, hatte ihm der Großknecht einen Tritt gegeben, dass er durch das Fenster in die Luft hinausflog, immer weiter, bis ihn niemand mehr sehen konnte.

Da sprach der Großknecht zur Frau des Amtmanns:

„Kommt er nicht wieder, so müsst ihr den anderen Streich hinnehmen.“

Sie rief:

„Nein, nein, ich kann es nicht aushalten!“

, und machte das andere Fenster auf, weil ihr die Schweißtropfen die Stirn herunterliefen. Da gab er ihr einen Tritt, dass sie ebenfalls hinausflog. Da sie leichter war, flog sie noch viel höher als ihr Mann.

Der Mann rief:

„Komm doch zu mir!“

, sie aber rief:

„Komm du zu mir, ich kann nicht zu dir!“

Und so schwebten sie da in der Luft, und keines konnte zum anderen gelangen. Ob sie dort noch immer schweben, das weiß ich nicht; der junge Riese aber nahm seine Eisenstange und ging seines Weges weiter.