Autor: Gebrüder Grimm
Ein Soldat, der sich vor nichts fürchtet, kümmert sich auch um nichts. So einer hatte seinen Abschied erhalten. Da er nichts gelernt hatte und nichts verdienen konnte, zog er umher und bat gute Leute um ein Almosen. Auf seinen Schultern hing ein alter Wettermantel, und ein Paar Reiterstiefel aus Büffelleder waren ihm auch noch geblieben.
Zwei Wanderer im Wald
Eines Tages ging er, ohne auf Weg und Steg zu achten, immer ins Feld hinein und gelangte endlich in einen Wald. Er wusste nicht, wo er war, sah aber auf einem abgehauenen Baumstamm einen Mann sitzen, der gut gekleidet war und einen grünen Jägerrock trug.
Der Soldat reichte ihm die Hand, ließ sich neben ihm auf dem Gras nieder und streckte seine Beine aus.
, sagte er zu dem Jäger.
Nach einer Weile stand der Soldat auf und sprach:
, antwortete der Jäger,
, sprach der Soldat.
Der Jäger lächelte ein wenig, und sie gingen zusammen fort, immer weiter, bis die Nacht einbrach.
In der Räuberhütte
, sprach der Soldat,
Sie fanden ein Steinhaus, klopften an die Tür und ein altes Weib öffnete.
, sprach der Soldat,
, antwortete die Alte,
, antwortete der Soldat.
Der Jäger wollte nicht folgen, aber der Soldat zog ihn am Ärmel mit sich:
Die Alte hatte Mitleid und sagte:
Kaum saßen sie in der Ecke, so kamen zwölf Räuber hereingestürmt, setzten sich an den Tisch, der schon gedeckt war, und forderten ungestüm ihr Essen. Die Alte trug einen großen Braten herein, und die Räuber ließen es sich wohl schmecken.
Als der Geruch von der Speise dem Soldaten in die Nase stieg, sagte er zum Jäger:
, sprach der Jäger und hielt ihn am Arm. Aber der Soldat fing an, laut zu husten.
Die Erstarrung der Räuber
Als die Räuber das hörten, warfen sie Messer und Gabel hin, sprangen auf und entdeckten die beiden hinter dem Ofen.
, riefen sie.
, sprach der Soldat.
Die Räuber stutzten, und der Anführer sprach:
, sagte der Soldat, setzte sich an den Tisch und fing an, tapfer in den Braten einzuhauen.
, rief er dem Jäger zu.
Aber der Jäger wollte nicht essen.
Die Räuber sahen dem Soldaten mit Erstaunen zu und sagten:
Danach sprach er:
Der Anführer war in der Laune, sich das auch noch gefallen zu lassen, und rief der Alten zu:
Der Soldat zog den Pfropfen heraus, dass es knallte, ging mit der Flasche zu dem Jäger und sprach:
Dann schwenkte er die Flasche über den Köpfen der Räuber, rief:
, und tat einen herzhaften Zug.
Kaum waren die Worte heraus, da saßen sie alle bewegungslos, als wären sie aus Stein. Sie hatten das Maul offen und streckten den rechten Arm in die Höhe.
Der Jäger sprach zu dem Soldaten:
Die Alte musste noch eine Flasche von dem besten holen, und der Soldat stand nicht eher auf, bis er wieder für drei Tage gegessen hatte. Endlich, als der Tag kam, sagte er:
Als sie dort angelangt waren, ging er zu seinen alten Kameraden und sprach:
Der Soldat führte sie an und sprach zu dem Jäger:
Er stellte die Mannschaft rings um die Räuber auf. Dann nahm er die Flasche, trank einen Schluck, schwenkte sie über ihnen her und rief:
Augenblicklich hatten sie ihre Bewegung wieder, wurden aber niedergeworfen und an Händen und Füßen mit Stricken gebunden. Dann hieß der Soldat sie wie Säcke auf einen Wagen werfen und sagte:
Der Jäger aber nahm einen aus der Mannschaft beiseite und gab ihm heimlich eine Bestellung mit.
Der Jäger entpuppt sich als König
, sprach der Soldat,
Als sie sich der Stadt näherten, sah der Soldat, wie sich eine Menge Menschen aus dem Stadttor drängte, lautes Freudengeschrei erhob und grüne Zweige in der Luft schwang. Dann sah er, dass die ganze Leibwache herangezogen kam.
, sprach er ganz verwundert zu dem Jäger.
, antwortete er,
, sprach der Soldat.
, antwortete der Jäger,
Dann öffnete er seinen Jägerrock, sodass man die königlichen Kleider darunter sehen konnte.
Der Soldat erschrak, fiel auf die Knie und bat ihn um Vergebung, dass er ihn in seiner Unwissenheit wie seinesgleichen behandelt und ihn mit solch einem Namen angeredet habe.
Der König aber reichte ihm die Hand und sprach:

